10.Tag Dienstag der 13.09.
Heute geht es auf den Traisentalradweg.
Kurz hinter Mariazell biegt der Radweg von der Hauptstraße in ein idyllisches kleines Tal ab. Erst entlang eines Bachlaufes, dann an einem aufgestaute See entlang,abseits jeglichen Autoverkehrs. Selbst die Enten sind hier tiefenentspannt und watscheln völlig unbeeindruckt von vorbeikommenden Radlern die Straße entlang. Man muß schon Slalom um die Enten fahren. So stelle ich mir Radwandern vor, einfach herrlich. Danach geht's erstmal 200 Höhenmeter auf über 1000m NN hoch. Danach geht's nur noch abwärts und so langsam wird die Strecke auch wieder von E-Bikern bevölkert.
Ich hab jetzt schon einiges der Tierwelt der österreichischen Bergwelt gesehen, aber eins fehlt natürlich noch, na? …Kamele genau. In einem abgezaunten Gehege am Wegesrand steht hier eine ganze Herde. In Traisen biege ich zum örtlichen Camping ab, Stelle aber fest, das der Platz 200m weiter oben auf einem Hügel liegt. Da ich darauf keinen Bock habe beschließe ich zum nächsten Camping 25km weiter zu fahren. So langsam komme ich ins Flachland und so kann ich auf ebener Strecke schön km fressen. Nach 91km komme ich dann am Seecaming bei St.Pölten um 17:07 an. An der Rezeption ist keiner mehr, ab 17 Uhr geschlossen und der verdammte Campingplatz ist ein Hochsicherheitstrakt mit Stahltoren und umzäunt, sowas habe ich auch noch nicht gesehen. Zum Glück gibt's eine Telefonnummer unter der ich jemanden erreichen kann, der mir dann doch noch Zutritt ins Campingparadies verschafft Im Restaurant abends muß ich nach der ersten Nudelmahlzeit heute gleich nochmal eine Nudelmahlzeit nachbestellen um meinen Kohlenhydratlevel wieder auf ein normales Level zu kriegen.
11.Tag Mittwoch der 14.09.
Es scheint heute morgen nicht hell zu werden, alles bewölkt und es nieselt. Also schnell das nasse Zelt zusammengepackt und los. Am Viehofner See bei St Pölten entdecke ich ein kleines nettes Cafe, die 'Seedose'. Leider öffnet es erst um 11 Uhr, ich komme aber mit der supernetten Besitzerin ins Gespräch und bekomme so auch früh um 9Uhr schon Kaffe und Toast. Ich liebe diese kleinen Begegnungen am Rande, die sind das Salz so einer Reise. 15km später erreiche ich die Donau, ab jetzt geht's am Donauradweg lang. Die Strecke ist supergerade, nur hab ich jetzt reichlich Gegenwind, wo ich gestern auf gerader Strecke noch mit 25kmh jlanggebraust bin, kämpfe ich mich heute mühselig mit 15kmh voran. Am Nachmittag reist die Wolkendecke dann doch noch auf und schwupps ist die Strecke wieder voll von E-Bikern. Die Strecke durch die Wachau ist wirklich schön. Die Donau ist umrahmt von Hügeln mit Weinbergen und einigen Burgruinen. Meine Reise geht heute bis Melk, ein hübsches kleines Städtchen an der Donau, vor allem bekannt für das Stift Melk, das ich mir dann morgen anschauen will. Ich checke hier erstmal wieder in eine feste Unterkunft ein, der Wetterbericht hier sieht ganz schön düster aus für die nächsten Tage.